Etappe 1, von Zadar nach Novalja

Am nächsten Morgen wollte ich mit einem leckeren Frühstück in der Altstadt in den Tag starten. Doch ich fand einfach keinen Parkplatz. Was für Massen an Touristen im Vergleich zum Abend hier nun unterwegs waren, erstaunte mich doch etwas. Da ich keine Lust hatte, viel Zeit mit Parkplatzsuche zu verbringen, musste es ohne Frühstück gehen. So steuerte ich auf das erste Ziel des Tages zu: Die Insel Vir. Die Strecke versuchte ich immer auf kleinen Straßen, möglichst entlang der Küste zu planen.
Den ersten Halt machte ich in dem kleinen Ort Diklo. Hier wollte ich die ersten Sonnenstrahlen und Klänge des Meeres einfangen. Hier realisierte ich zudem das erste Mal, dass ich nun tatsächlich im Urlaub bin und endlich den Alltag hinter mir lassen kann. Dieses Wissen tat richtig gut und ein Gefühl der Freiheit durchzog mein Gemüt!

Die Straße führte mich dann ziemlich direkt weiter auf die Insel Vir in den gleichnamigen Ort. Dort gab es dann endlich den ersten Kaffee des Tages. Die Freude darüber, dass es laut Karte tatsächlich einen großen Kaffee mit Milch gab, wurde schnell durch die Erkenntnis zunichte gemacht, dass das nur ein doppelter Espresso ist.

Beim Blick Richtung Süden sah ich einige schöne Quellwolken, von der eine sich weiter zur Gewitterwolke entwickelte. Das ließ mein Stormchaser-Herz höherschlagen. Also machte ich mich auf zur Suche nach einem schönen Beobachtungsort. Die zweithöchste Erhebung der Insel bot sich dazu an. Von dort gab es nicht nur einen tollen Blick auf die kleine Gewitterwolke, sondern auch über einen Großteil der Insel, auf die Insel Pag und auf das Dinarische Gebirge, auf das ich schon sehr gespannt war.

Danach umrundete ich die kleine Insel mit dem Auto und fuhr weiter in Richtung meines als Tagesziel auserwählten Ortes Novalja auf Pag. Laut Reiseführer sollte es auf der Insel den besten Käse Kroatiens geben. Den wollte ich natürlich unbedingt probieren! Die Landschaft zwischen Vir und Pag war allerdings nicht so richtig spannend. Dafür gefiel es mir auf der Insel umso besser. Die Landschaft war wesentlich schroffer und nicht mehr so grün wie auf dem Festland. Auffällig waren vor allem die vielen Trockensteinmauern, die fast die gesamten unbebauten Flächen durchzogen.

Nachdem ich den Ort Pag hinter mir gelassen hatte, wurde es das erste Mal abenteuerlich. Ich plante wieder auf einer kleinen Straße entlang der Küste. Doch dann hört die Straße auf und es folgte ein enger Schotterweg, keine zwei Autos passten hier nebeneinander. Mit dem Mietwagen war das nicht so toll. Dann gab es auch noch eine kleine Umleitung mit etwa 20% Steigung. Ich war froh, als ich endlich wieder Asphalt unter den Rädern hatte. Die Ausblicke von der kleinen Straße auf das Meer, die Insel und das Gebirge auf dem Festland waren dafür wunderschön.

Nach wenigen Kilometern erreichte ich dann Novalja. Ich wurde sehr nett in der Unterkunft empfangen und hatte, da wiederum keine weiteren Gäste anwesend waren, ein sehr ruhiges Zimmer. Beim Abendessen probierte ich natürlich den Pager Käse. Er schmeckt sehr lecker. Ob es aber wirklich der beste Käse Kroatiens ist, möchte ich nicht beurteilen.

=> Etappe 2, Novalja – Starigrad-Paklenica