Etappe 4, von Karlobag nach Krk auf Krk

Die Nacht war diesmal sehr kurz, da ich nach dem Abendessen noch für ein nächtliches Zeitraffer unterwegs war. Daher startete ich sehr zeitig auf der Küstenstraße weiter nach Norden. Es war ein traumhaft schöner Tag, sonnig, warm und kein Wölkchen am Himmel. Die Strecke war landschaftlich sehr schön und wieder wenig befahren.

Mein erster längerer Halt war Jablanac. Der Ort liegt am Meer und es gab laut Karte eine Aussichtsplattform. Die Aussicht war da nicht schlecht! Doch der Weg führte nicht nur zu der Aussichtsplattform, sondern weiter hinunter zur Zavratnica Bucht. Ein Geheimtipp ist das scheinbar aber nicht, denn ich traf zum ersten Mal hier in Kroatien wirklich viele Menschen und es kostete ca. 4€ Eintritt. Dafür war es aber wirklich schön. Besonders die abgestuften Farben des Wassers faszinierten mich sehr.

Weiter ging es in den Ort Starigrad, ein Ort fernab jeglicher Touristen. Nur ein paar Einheimischen traf ich an, einen Parkplatz zu finden war schwierig. Starigrad war wunderschön, genau wie man sich ein malerisches Fischerdörfchen vorstellt. Ich lief zu einer Ruine eines vermutlich alten Wachpostens auf einem kleinen Hügel mit toller Aussicht auf Starigrad und eine versteckte Bucht. Anschließend zog es mich zu der kleinen Bucht. Die Wege führten alle über aus Steinen gebaute Mauern.

Die kleine Bucht war traumhaft schön, ruhig gelegen, einsam, nur das Rauschen des Meeres und ich. Wie schön das Leben doch sein kann. Der Steinweg führte weiter an der Bucht bzw. dem Meer entlang zu einer weiteren kleineren Bucht. Auch hier verweilte ich ein bisschen und genoss die Ruhe.

Die Zeit war leider schon etwas fortgeschritten, sodass ich mich auf den Rückweg nach Starigrad machte. Es war ebenso an der Zeit, das ich mir über mein heutiges Tagesziel Gedanken machen sollte. Nach einigem Überlegen fiel meine Entscheidung schließlich auf KrK auf der gleichnamigen Insel. Die Insel Krk wurde immer wieder als ein Muss eines Kroatienurlaubs bezeichnet. Bis dahin hatte ich nun noch etwa 100km zu fahren.

Zurück auf der Küstenstraße merkte ich, dass mit jedem Kilometer weiter gen Norden der Verkehr zunahm. Die Straße bot immer wieder wirklich herrliche Ausblicke auf die kroatische Küste! Das hätte ich so nicht erwartet!

In dem Ort Zengg legte ich noch einen kurzen Kaffeestopp ein. Es war der erste Ort auf meiner bisherigen Reise (abgesehen von Zadar), der touristisch belebt war. Das war zugleich aber auch das genau Gegenteil, was ich die Tage vorher erlebt hatte. Generell wurde die weitere Strecke immer touristischer. Das hieß vorallem mehr Verkehr. Nun fuhr ich in Autokolonnen von zehn oder mehr Fahrzeugen der Küste entlang. Die Landschaft dagegen ließ an Schönheit nach. Deshalb fand ich es auch nicht so schlimm, etwas mehr aufs Gaspedal zu drücken.

Die Insel Krk ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Wer auf die Insel will, muss aber eine kleine Gebühr entrichten, etwa fünf Euro. Ich fuhr auf dem direkten Wege, das hieß einer breiten ausgebauten Straße entlang, in die Stadt Krk. Am Straßenrand standen unzählige riesige Plakate mit Werbung für Hotels, Restaurants, Freizeitangeboten, … Das und die eher langweilige Landschaft (die Straße war gesäumt von Wäldern) überzeugten mich noch nicht von der angebelichen Schönheit der Insel.

Dafür hatte ich für die Nacht eine tolle Unterkunft mit einer sehr netten Gastgeberin, die gutes Deutsch sprach. Mit ihr unterhielt ich mich etwas ausführlicher, bevor es mich zum Abendessen in die Stadt zog.

=> Etappe 5, Krk – Plitvicer Seen