Etappe 6, von den Plitvicer Seen nach Split

Das Wetter am vorletzten Tag in Kroatien hätte schlechter nicht sein können: Es regnete schon seit der Nacht und sollte so schnell nicht aufhören. Damit fiel die Option, die Plitvicer Seen zu besuchen, in Wasser. Ich hatte keine Kleidung für dieses Wetter dabei. Als ich an den Eingängen des Nationalparks vorbei fuhr, war ich erstaunt, wie viele Menschen trotz des Wetters Schlange standen.

Mein Weg führte weiter durch den Nationalpark entlang der Staatsstraße 1, bevor ich in Bjelopolje auf eine kleinere Straße abbog. Die Landschaft hier gefiel mir sehr gut, es ging durch eine größere Ebene, von der aus sich Berge erhoben. Leider hingen die Wolken sehr tief, sodass ich nicht viel davon sehen konnte.

Der Straße folgte ich bis Donji Lapac. Von dort ging es noch ein Stück Richtung bosnische Grenze. Laut Karte konnte ich dort noch eine Runde auf einer wirklich kleine Straße durch einsames Gebiet fahren. Die Straße war dann wirklich nur so breit wie ein Auto. Das hat aber richtig Spaß gemacht!

Dann fuhr ich zurück nach Donji Lapac und weiter Richtung Süden immer nah an der bosnischen Grenze entlang. Es war eine sehr einsame Gegend, nur ereinzelt gab es einen kleinen Ort oder ein paar Häuser. Ich fuhr durch größere flache Landstriche, um die sich herum Berge erhoben. Mir gefiel das ausgespochen gut und ich will hier unbedingt nochmal bei schönem Wetter her.

Mein erster längerer Halt an diesem Tag war Knin. Hier besuchte ich eine alte Festung, die Kninska tvrđava. Sie trohnt weit über der Stadt mit einem herrlichen Blick auf eben diese und das umliegende Land. Mit hat gut gefallen, dass man bei der Festung wirklich auch die hintersten Winkel begehen konnte.

Von Knin ging es weiter auf der Staatsstraße 1 Richtung Süden. War auf den letzten Kilometern vor Knin der Verkehr ein bisschen mehr geworden, so war hier auf der Straße fast kein Auto unterwegs. Daher ließ es sich sehr entspannt fahren. Einen kleinen Zwischenstopp legte ich an der Izvor Cetine ein, einer Wasserquelle mit fantastischen Farben.

Die Quelle lag etwas abseits der Staatsstraße und das wollte ich für die nächste Zeit weiter bleiben. Laut Karte gab es etwa parallel dazu eine kleinere Straße, also ganz nach meinem Geschmack. Zunächst war sie schön geteert, doch das hörte plötzlich auf und ich fand mich auf einer schmalen Schotterpiste mit vielen Pfützen wieder. Das würde mich prinzipiell ja nicht stören, wäre da nicht der Mietwagen. Erst nach acht Kilometern war die Straße wieder asphaltiert.

Über Otok und Trilj fuhr ich schließlich nach Split, einer ebenfalls oft als sehr sehenswert bezeichneten Stadt. Split war das genaue Gegenteil von dem, was ich den ganzen Tag über erlebte hatte: Viele Menschen, sehr viel Verkehr, breite und volle Straßen und es fehlte jedes bisschen unberührte Natur.

Das es ziemlich stark regnete, ging ich nur noch zum Abendessen in die Stadt.

=> Etappe 7, Split – Zadar