Stormchasing am 22.06.2017

Kurz gefasst: Ein schönes Chasing von Chemnitz mit der Bahn nach Dresden. Dort habe ich knapp das Gewitter verpasst und es ging wieder zurück nach Chemnitz. Aufgrund eines Blitzeinschlags in ein Stellwerk kam ich nur bis Freiberg. Dort stieg ich schließlich aus dem Zug und suchte mit dem Fahrrad nach einem geeigneten Aussichtspunkt. Am Rande der Stadt wurde ich schließlich fündig und konnte einen Gewitteraufzug beobachten, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. 

Aber nun der Reihe nach!


Was für ein Tag! Das war eine der schwersten Gewitterlagen, die ich selber erlebt habe. Aufgrund meiner eingeschränkten Mobilität und einer ungünstigen Planung konnte ich nur eine Gewitterzelle beobachten.

Als ich knapp vor um vier aufbrach, entschied ich Richtung Dresden zu fahren und das dort vorbeiziehende Gewitter abzufangen. Nun hatte leider der Zug Richtung Dresden Verspätung und ließ sich (gefühlt) viel Zeit auf dem Weg. Unterwegs war der Internetempfang recht schlecht, sodass es kaum bis gar nicht möglich war die Lage weiter zu verfolgen. Kurz vor Dresden ging es wieder und ich musste leider feststellen, dass ich zu spät war. Das Gewitter war schon durchgezogen.

Das Problem war, dass ich bei der Planung nicht dran gedacht habe, die Zuggeschwindigkeit der Zelle einzuplanen und stand nun in Dresden. Auf dem Radar war zu sehen, dass nun auf Chemnitz eine Gewitterzelle zugezogen kommt. Nun war klar, dass es zurück nach Chemnitz gehen muss. Das hieß 45min auf den Zug zurück warten.

Pünktlich 18:52Uhr ging es zurück Richtung Chemnitz. Soweit kam ich dann aber nicht. Das Radar verfolgend war mir klar, dass ich es bis zur Ankunft der Gewitterzelle in Chemnitz nicht schaffen würde. Also plante ich in Freiberg auszusteigen. Kurz vor Freiberg kam im Zug auch die Durchsage, dass eine Weiterfahrt nach Chemnitz aufgrund von Unwetterschäden nicht möglich ist. Also fix auf die Karte geguckt, wo in/um Freiberg ein guter Standort wäre und los ging es. Unterwegs zeigten sich schöne Mammati:

Noch ein Stück weiter mit Blick in die andere Richtung sah ich schon die Böenfront mit Shelfcloud:

Mir war bewusst, dass ich mich dort nicht lange aufhalten kann, da das Radar schlimmes erwarten ließ. Doch es kam etwas anders. Ich stand nicht lange dort als die Bewohner des Hauses hinter mir kamen. Sie fragten, was ich da mache und ich erzählte von dem herannahenden Gewitter. Gleichzeitig fragte ich auch, ob ich mich evtl. bei ihnen auf der Terasse unterstellen dürfte. Sie willigten ein und somit blieb mir mehr Zeit den Aufzug der Gewitterfront zu beobachten und in einem Zeitraffer festzuhalten. Die Front kam sehr schnell näher. Leider war mittlerweile meine Handyakku tot…

Was ich interessant fand, war die grünliche/türkies Färbung am Oberrand der Böenfront. Solch eine Farbe ist mir bisher noch nie aufgefallen:

Und näher:

Bis die Front schließlich direkt über mir war und mich entgültig untergestellt habe:

Es blitze schon die ganze Zeit in der Ferne. Ein Blitz war auf ein Bild des Zeitraffers gebannt:

Ich ging schließlich mit zu den Leuten auf den Dachboden, wo wir dann gemeinsam das Gewitter mit samt Starkregen beobachteten. Sie meinten, dass solch ein heftiges Gewitter lange nicht mehr über Freiberg gezogen ist!
Ich durfte auch meinem Akku etwas Saft geben.

Meine Gedanken kreisten nun aber in erster Linie darum, wie ich wieder zurück zum Bahnhof und schließlich nach Chemnitz kommen würde. Laut Auskunft der Bahn fuhren die Züge pünktlich. Ich dachte, dass sie die Störung auf der Strecke behoben haben. Doch es kam etwas anders.

Es dauerte erst einmal sehr lange ehe das Gewitter eine kurze Pause machte. Da nutze ich die Chance und fuhr im Eiltempo durch strömenden Regen und gefühlt jeder Pfütze (wobei das mittlerweile eher Seen waren) zum Bahnhof. An einer roten Ampel stehend konnte ich vor mir noch einen sehr netten Crawler beobachten. Am Bahnhof stand der Zug, mit dem ich von Dresden gekommen war, allerding immer noch dort. Froh war ich trotzdem im Trockenen und Warmen zu sein, auch wenn es von der Schaffnerin hieß, dass der Zug erst in unbestimmter Zeit nach Chemnitz fahren würde.

Nach ca. 45min warten kam dann die Durchsage, dass der Zug über Dresden, Riesa nach Chemnitz umgeleitet wird. Dreiviertel 10 ging es dann tatsächlich auch los und 00:35Uhr kam ich endlich in Chemnitz an.


Lehren des Tages:
– Zuggeschwindigkeit der Gewitter besser analysieren
– Powerbank zum Laden des Handyakkus einpacken
– Ersatzkleidung mitnehmen